Jetzt bin ich schon wieder über eine Woche in Medan und die Zeit verfliegt. Bereits in weniger als zwei Monaten bin ich wieder in Deutschland, dabei scheint es, als sei ich gerade erst hier gelandet. Besonders freu ich mich auf den Frühling, denn hier geht so langsam die Regenzeit zu Ende und es scheint immer wärmer und schwüler zu werden. Aber abgesehen vom Wetter hatte ich eine recht gute Woche …
Am Dienstag und Mittwoch fand in Medan das Deutsche Filmfestival, organisiert vom Goethe-Institut, statt. An beiden Tagen wurden jeweils vier Filme gezeigt und es gab sehr viele Interessenten. Nach dem freundlichen Lächeln bei der Eröffnungszeremonie, Händeschütteln mit dem Konsul und Zeitungs-, sowie Radiointerview habe ich mir „Die Welle“, „John Rabe“ und „Baader Meinhof Komplex“ angeschaut. Alle Filme kann man wirklich nur wärmstens weiter empfehlen! Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie gut die Filmauswahl für Indonesien gelungen ist. Bei allen Filmen handelte es sich um sozialkritische Hintergründe oder die Geschichte Deutschlands, für die man ein gewisses Hintergrundwissen braucht, welches zumindest ein Großteil unserer Studenten nicht haben. Ein weiteres Problem in Indonesien ist die Zensur, bzw. die Reaktion auf Nacktszenen. So wurden zum Beispiel bei dem Film Baader-Meinhof Stellen heraus geschnitten, wenn auch für mich nicht nachvollziehbar warum, die für den inhaltlichen Zusammenhang sehr wichtig sind. Bei John Raabe hat jedoch eine ein- bis zweiminütige Nacktszene, die inhaltlich weniger von Bedeutung war (etwa 20 Mädchen mussten sich ausziehen, um zu beweisen, dass sie Frauen sind, da man ihnen vorher die Haare abgeschnitten hat), für großes Entsetzen und Aufschrei gesorgt. Insgesamt scheinen Kriegsfilme in Indonesien eher wie eine ausgedachte Geschichte aufgenommen zu werden. Sie können die Reichweite und Brutalität nur schwer oder gar nicht begreifen. Stellen wo man als Europäer voller Entsetzen im Kino sitzt löst bei den Indonesier Applaus aus: Bei besagtem Film wurde eine junge Frau von zwei Soldaten vergewaltigt. Ihr Sohn, welcher sich unter dem Bett versteckt hatte, griff zur Pistole und erschoss beide Soldaten.
Alles in allem waren diese Kinotage jedoch eine willkommene Abwechslung und diese Kinostühle könnten wir in Deutschland auch mal einführen.
Sonst bin ich seit dieser Woche Mitglied in einem Fitness-Studio. Besonderer Luxus sind die Duschen (ja, echte Duschen), die nach dem Training auf einen warten, wenn man möchte sogar mit warmen Wasser. Ich habe jetzt schon Yoga und Spinning ausprobiert und morgen geht’s weiter … sonst wird ich in Indonesien einfach zu faul.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende J
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