Jetzt hätte ich beinah was vergessen ... die Toilettenanweisung :
Donnerstag, 22. Dezember 2011
Mittwoch, 21. Dezember 2011
Hohoho
Die vergangenen Tage habe ich also hauptsächlich relaxt: Der Arbeit nach gehen, mit Leuten quatschen, Kaffee trinken gehen, shoppen und was Mädchen ebenso tun. Das mag für den ein oder anderen sicher langweilig klingen, aber das ist es ganz und gar nicht, da Indonesien immer wieder eine Überraschung bereit hält. Während in Banda Aceh auf einem Punkkonzert Punks festgenommen werden, weil sie nicht der Vorstellung der dort geltenden Scharia entsprechen und jetzt den Koran vorgelesen bekommen, bestell ich in Medan Pizza auf Deutsch, weil uns die nette Firme weder auf Indonesisch, noch auf Englisch verstanden hat. Ja und so schwindet die Zeit dahin …
Heute Abend haben wir im Wohnheim eine kleine Weihnachtsfeier veranstaltet. Ein rundherum gelungener Abend, mit schönen Geschenken und leckerem Essen. Zur Feier des Tages habe ich mich verschwenderischer Weise auch direkt zwei Bier gegönnt.
Morgen heißt es dann Koffer packen, den am Donnerstag geht es mit dem Nachtbus nach Pula Wai, um dort in aller Idylle die Feiertag zu genießen. Am Montag geht es dann direkt weiter nach Neuseeland. Stress pur … aber hey es könnte schlimmer sein und schnein :D
Frohe Weihnachten an alle und genießt die Feiertage:)
Dienstag, 13. Dezember 2011
TipTop
TipTop ist das Restaurant, in welchem ich heute Abend war. In allen Reiseführern wird es empfohlen als the place to eat - Was so besonders an dem ganzen Ding ist, habe ich allerdings nicht verstanden. Wahrscheinlich einfach die Tatsache, dass es westliches und indonesisches Essen zu verhältnismäßig günstigen Restaurantpreisen in kolonialstilmäßiger Atmosphäre gibt. Mein Omelett mit gebuttertem (Weiß)Brot war auch echt lecker. Zum Nachtisch konnte ich mir ein ach so leckeres Törtchen natürlich nicht entgehen lassen und mein unscharfes Bild lässt durchblicken, mit welcher Begeisterung ich mich auf den Leckerbissen gestürzt habe. Doch prompt habe ich eine indonesische Spezialität erwischt - Schokolade mit Käse. Die zwei Biskuitböden trennte geriebener Käse! Es schmeckt halb so schlimm wie es klingt und dennoch, muss ich das definitiv nicht noch einmal essen ...
Selamat natal
Und schon wieder eine entspannte Woche rum, man macht hier mal ein bisschen was und geht da mal ein bisschen bummeln. Mein Highlight war auf jeden Fall Starbucks am Dienstag :)
Am Samstagabend bin ich meiner Pflicht als Dozentin nach gekommen und habe den Weihnachtsgottesdienst der Deutschabteilung besucht. Zwischen Gebeten und indonesischen Weihnachtsliedern haben Musik- und Theaterstücke die Stimmung erheitert: entweder weil es wirklich gut war oder eben wirklich schief … Wir zwei deutschen Praktikanten haben natürlich spontaner Weise einen Beitrag geleistet: eine Kerze anzünden und ein lustig übersetztes Stück aus der Bibel vortragen. Wenn einem langweilig wurde konnte man die ganzen Mädels bestaunen. Die Kirche dient wohl als Catwalk! Alle tragen Kleider, manche sogar Ballkleider, Highheels und Make up – alles stakst durch die Gegend und zeigt plötzlich Bein. Aber man bekommt auch die Möglichkeit traditionelle Kleidung zu betrachten …
Nach drei Stunden ist uns die Erleichterung beinah anzusehen. Endlich durften wir uns auf unsere Fressboxen stürzen, die allerdings viel zu klein waren, was dazu führte, dass wir im Anschluss noch Essen gegangen sind :) Abgerundet werden solche Aktionen natürlich mit kleinen Fotoshootings …
Und endlich ist es soweit und die letzte Uniwoche ist angebrochen, die Zeit nimmt ihren Lauf und die Urlaubsplanung für das nächste Jahr nimmt Formen an. Ich freu mich!!!
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Manche Dinge müssen eben einfach getan werden!
Heute habe wir uns Henna-Tattoos machen lassen :) Leider habe ich den "Künstler" erwischt, der weniger talentiert ist, dementsprechend sind die Körperbemalung nicht so gut aus wie erwartet, vor allem weil einige Linien breit gelaufen sind und dennoch mag ich meinen neuen Körperschmuck. Der Spaß hat ja auch nur einen Euro gekostet ...
| Die untere Hand ist mein! |
Montag, 5. Dezember 2011
Ein Bett für eine Prinzessin
Heute habe ich mich also noch einmal auf den Weg gemacht und zum einen Bettwäsche gekauft, die ich euch nicht vorenthalten will und zum anderen einige Leckereien. Morgen zum Frühstück erwartet mich ein Peanutbutter-Jelly-Sandwich <3
Sonntag, 4. Dezember 2011
Saya tinggal di mess sekarang!
Schon wieder ist eine Woche rum und ich habe nichts mehr von mir hören lassen, was ich gleich nachholen werde, aber die Zeit vergeht einfach immer schneller. Tatsächlich bin ich heute vor zwei Monaten angekommen!
Meine Woche war also ziemlich unspektakulär und schnell vorbei. Gestern bin ich ins Studentenwohnheim gezogen – ziemlich aufregend, denn jetzt habe ich ein Stück Selbstständigkeit wieder, worüber ich sehr froh bin. Natürlich ist es gut in einer Gastfamilie zu leben, da man so viel authentischer in das indonesische Leben eintauchen kann und viel mitbekommt, was einem sonst entgehen würde, aber ich sorge nun mal ganz gern für mich selbst. So war ich gestern erst einmal einkaufen und hab eine Grundreinigung in meinem neuen Zimmer vorgenommen. Mein neues Zimmer hat zwei Highlights: Zum einen habe ich eine funktionierende Klospülung + Klopapier und dank meiner Mami konnte ich mir einen kleinen Weihnachtstisch herrichten <3 Am Samstag habe ich das erste Türchen aufgemacht – noch 22 Mal Schlafen, dann geht’s nach Neuseeland!
Heute war dann ein ganzer Tagesausflug geplant – mit vier Franzosen und drei Indonesiern ging’s in die Mangroven Indonesiens. Mit dem Boot fuhren wir durch die Wälder und auch zu Fuß erkundeten wir einiges. Wir haben jede Menge außergewöhnliche Insekten gesehen, aber auch verschiedene Affenarten, Schlammspringer (Gobii), Fische die im Wasser und an Land leben können und weiße Kraniche. Ich meine wir haben nicht nur einen Kranich gesehen, sondern eine Fläche von mind. zwei Fußballfeldern voll mit Kranichen – unglaublich schön. (Eigentlich habe ich auch ein Video gemacht, nur muss ich das mit dem Aufnehmen erst mal üben) Den ganzen Tag die Natur genießen und kleine Fischerdörfer besuchen, eine willkommene Abwechslung zum lauten und dreckigen Medan ;)
Zudem leitet einer der Franzosen eine Firme, die sich mit dem Wiederaufbau von Wäldern, auch Mangroven, und der Entwicklung der Wirtschaft in Nordsumatra beschäftigt, leitet. Dementsprechend war es auch ein lehrreicher Tag und man erfährt etwas über die Mentalität der Leute aus ganz anderer Sicht.
Abschließend gab es einen riesigen Burger – sehr lecker!!! Und so kann ich glücklich ins Bett fallen und in die neue Woche starten …
| ... das weiße sind Kraniche ... |
Ich wünsche einen schönen zweiten Advent und lasst es heut Abend krachen in Leipzig ;)
Sonntag, 27. November 2011
Makan jerman
Deutsches Essen!!! Gestern war es endlich soweit und wir haben uns zu viert auf den Weg zu Rolands’s gemacht, ein deutsches Restaurant in Medan. Der Weg war lang (etwa eine Stunde) und beschwerlich, aber es hat sich sowas von gelohnt. Ein sehr schönes Restaurant, was doch ziemlich deutsch aussah, auch wenn es schwierig ist zu beschreiben, wie ein deutsches Restaurant aussieht. Es war wohl ein Mix zwischen urischer Kneipe und Moderne. Alles war weihnachtlich dekoriert und Fußball lief und europäische Musik und alles sehr gemütlich. Als ich die Speisekarte in die Hand bekam, bin ich quasi fast durchgedreht. Leider haben wir nicht gewusst, dass es eine halal und eine nicht-halal Karte gab, aber es ist ohne hin nicht wirklich respektvoll im Beisein von Muslimen Schweinefleisch zu essen. So musste ich mich auch nicht zwischen tausenden Leckereien entscheiden. Gegessen habe ich Spätzle mit Rotkraut und Rouladen und als Nachtisch gab es Apfelstrudel, auch wenn es kein wirklicher Apfelstrudel war. Runtergespült habe ich das mit einem großen Heineken. Das Essen war sooo lecker, auch wenn es nicht so gut geschmeckt hat wie zu Hause.
Was für ein Abend: ohne Reis und ich wurde satt. Leider ist das Restaurant viel zu teuer, um jede Woche dort hin zugehen. Für alles habe ich 14,50€ bezahlt, was ungefähr dem Preis in Deutschland entspricht, doch hier ist das ein halbes Vermögen ist! Ich bin mir jedoch sicher, dass ich hin und wieder dort einkehren werde.
Abschließend kann ich nur festhalten: ESSEN MACHT GLÜCKLICH!
Samstag, 26. November 2011
Ngapain kamu
Und schon wieder ist eine Woche rum, langsam fängt die Zeit an mir durch die Finger zugleiten. Jetzt bin ich schon wieder fast zwei Monate hier, das ist schon verrückt! Doch spätestens als ich wieder deutsche Süßigkeiten im Mund hatte, wusste ich muss zurück ;)
Meine Woche begann mit einem Paket von meiner Mama, gefüllt mich Gastgeschenken, Weihnachtskeksen, Weihnachtsgeschenken, meiner Lieblingshose und unglaublichen Süßigkeiten. Ich hab mich gefühlt, wie zu Weihnachten und zu meinem Geburtstag zusammen! Lang aufheben kann man die Sachen allerdings nicht, da man sonst ein gewaltiges Problem mit den Ameisen bekommt. Trotz dass ich extra Billig-Tuperware gekauft habe, schlängelte sich gestern eine große Ameisenstraße durch mein Zimmer. Doch der Übeltäter wurde schnell ausfindig gemacht: eine Rittersporttafel mit Karamellfüllung. In der Verpackung war durch den unsanften Transport ein Loch und schwubbs musste ich die leckere Tafel Schokolade wegschmeißen, denn auf Fleischeinlage habe ich keine Lust. Aufgabe für heute also mehr Dosen kaufen.
Am Dienstag war ich zudem das erste Mal bei PizzaHut, omg! Hefeteig und Käse, das sind zwei Dinge die ich eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gegessen habe und ich wurde tatsächlich satt. Denn das Problem mit dem indonesischen Essen ist nun mal, das ich nicht satt werde, bzw. nach kürzester Zeit wieder Hunger habe. Weißer Reis macht zu dem auch nicht glücklich.
Diese Woche wurde ich quasi von Essensendorphinen überwältigt – sehr schön :D
Diese Woche ging die Sea-Game, vergleichbar mit einer kleinen Olympiade für die Staaten Südostasiens. Indonesien war dieses Jahr nicht nur der Gastgeber, sonder gewann seit den 70er Jahren das erste Mal wieder. Das Finale bildete das Fußballspiel Malaysia gegen Indonesien. Ein spannendes Elfmeterschießen entschied das Spiel aber für Malaysia L Dennoch ein spannender Abend … Seltsam fand ich nur, dass sich niemand darum schärte, dass in dem ganzen Einlassgedrängel zwei Menschen starben. Wenn ich mir vorstelle was in Deutschland losgewesen wäre! Hier sagt man eben einfach, „Das kann eben passieren.“. Auf jeden Fall ist das kein Anlass den Sieg in den Schatten zu stellen oder die Organisation eventuell in Frage zu stellen. Ein verrücktes Land!
Ich wünsche euch morgen einen schönen ersten Advent!
Mittwoch, 16. November 2011
Musim salju 16.11.2011
Gestern von in Medan die ‚European Higher Education Fair‘ statt, eine Messe, wo sich verschiedene europäische Universitäten vorstellen und Möglichkeiten bieten im Ausland zu studieren. Auch wenn das für die meisten Studenten in Nordsumatra leider nur ein Traum bleiben wird, war es recht interessant. Natürlich war auch Deutschland vertreten und ich nutzte die Chance natürlich um mich mal wieder zu normal zu unterhalten. Mir ist jedoch leider aufgefallen, dass der ein oder andere recht schlecht über Indonesien Bescheid weiß. Wenn die Frage der Finanzierung aufkommt, dann kommt der Vorschlag, die indonesischen Studenten sollen doch einfach arbeiten. Okay, aber wie kommen sie nach Deutschland und wer hilft ihnen in der Uni, nicht nur dass es ein ganz anderes Sprachniveau ist, welches natürlich schwer zu erreichen ist, sondern auch die Anforderungen und der Lernniveau sind, seien wir mal ehrlich, auf einer anderen Ebene. Dennoch waren alle Studenten glücklich und ich hatte auch meinen Spaß.
Heute Nachmittag war ich dann bei einem lokalen Radiosender, wo einige Deutschstudenten eine kleine Sendung haben – „Deutsch macht Spaß“ läuft jeden Mittwoch von um 16.00 bis 16.30., auch wenn die Zeiten eher unwichtig sind. Sie haben mich zum Thema Winter und Weihnachtszeit in Deutschland interviewt, es war ziemlich lustig :D Allerdings werde ich bei diesem Thema doch etwas wehleidig: Ich will auch Glühwein und leckere Plätzchen! Ich würde ja selbst Glühwein kochen, aber es gibt nur selten Wein und wenn, dann ist der unbezahlbar und Plätzchen kann ich auch nicht backen, weil keiner einen Backofen hat. So ein Pech aber auch.
Ein Student hat mich anschließend nach Hause gefahren, bzw. sind wir über eine Stunde durch Medan gefahren! Als ich merkte, dass er sich verfahren hat, habe ich ihn zwei Mal gefragt, ob wir meine Gastfamilie anrufen sollen oder vielleicht jemanden fragen, aber typisch indonesisch werden Probleme einfach überlächelt J
Lächeln nicken und keinen Plan haben oder Arschloch denken – lustige Strategie, um Probleme zu lösen. Für mich eine gute Strategie um Probleme zu ignorieren …
Sonntag, 13. November 2011
Bukit Lawang 13.11.2011
Zwei Tage, noch nicht mal ganze Tage, sind einfach zu wenig. Dennoch hat mir der Kurztrip eine ganz andere Seite von Sumatra gezeigt, in welche ich sicherlich noch öfter eintauchen werde.
Am Samstagmittag sind wir nach einer 3 stündigen Bustour in Bukit Lawang angekommen. Ein Ort in Nordsumatra, in dessen Mittelpunkt das Orang-Utan Rehabilitationscenter steht. Natürlich an Touristen angepasst, aber auch noch sehr indonesisch – sehr entspannte und freundliche Atmosphäre, aber nicht im geringsten aufdringlich. Dort angekommen vervollständigte sich unsere Gruppe langsam: Tatsächlich waren wir 11 Personen mit 6 unterschiedlichen Nationalitäten! Gemeinsam aßen wir zu Mittag und genossen unsere Freizeit, denn trotz dass wir eine solch große Gruppe waren, war es sehr entspannt: Jeder konnte machen, was er wollte und irgendwie sind wir auch alle zu bestimmten Zeiten wieder zusammengekommen.
Ich entschied mich also am Nachmittag mit ein paar anderen eine Miniwanderung zumachen. Im ‚Dschungel‘ konnten wir Affen entdecken, wir durchquerten Palmöl- und Gummibaumplantagen und landeten schließlich, nach einiger Kletterei, in einer kleinen, aber feinen Tropfsteinhöhle mit ganz aufgeregten Fledermäusen …
Am Abend zeigten wir uns alle von unserer musikalischsten Seite und bei unserem Dinner genoss ich die ausgelassene Stimmung. Tatsächlich war das Restaurant dezent überfordert mit unseren Bestellungen und es gab einige Probleme, aber man sollte das Beste daraus machen und sagen „Das ist Indonesien.“ ;) Auf Gleichgesinnte zu treffen und sich in normaler Geschwindigkeit unterhalten zu können ist auf jeden Fall nett und das begleitet von meinem ersten alkoholischen Getränk in Indonesien. Bier! Und das indonesische Bier ist zwar, im Vergleich zu allen anderen Dingen, sehr teuer, aber absolut lecker, besonders in den eiskalten Gläsern.
Am Sonntag wollte ich eigentlich zur Orang-Utan Fütterung, dem touristischen Highlight, aber ich war schlicht und einfach zu faul. Stattdessen genoss ich ein ausgiebiges Frühstück, die Natur und die Sonne und beobachtete clevere Äffchen, wie sie leckere Chips- und Kekspackungen klauten.
In den nächsten Wochen muss ich mir Wanderschuhe kaufen und dann fahre ich zurück und erkunde den Dschungel in seinem vollen Dasein.
Zunächst falle ich jedoch total müde ins Bett, denn morgen geht’s ja wieder in die Uni …
Übrigens, ich will ja Postkarten verschicken, aber irgendwie will Nordsumatra nicht, dass ich welche verschicke, sonst hätte ich wohl schon mal welche gesehen :(
Mittwoch, 9. November 2011
Serengga marah 9.11.2011
Mein indonesischer Alltag schreitet also voran – weder hektisch, noch organisiert. Das einzige Problem stellen für mich zurzeit die Kakerlaken dar, die in solch tropischen Gebieten ganz natürlich sind. Warum sie mich in den vergangenen Tagen immer wieder zum Kampf herausgefordert haben, ist mir noch unklar, vielleicht liegt es am Regen?! Nach einigen mädchenhaften Schreien, welche meine Gastfamilie sehr belustigt habe, kann ich Karl und seinen Geschwister langsam und systematisch umbringen und nähere mich eher mit Hass, als mit Angst ;) Doch heute haben wir wieder strahlend blauen Himmel und keines dieser Mistviecher hat sich bis jetzt gezeigt.
Mit meiner Freizeit fange ich die verschiedensten Dinge an, so sind mir beispielsweise Fragen zur Anpassungsfähigkeit gekommen. In wie weit müssen wir anpassungsfähig sein und wie viel ist zu viel? Ab wann verraten wir unsere eigene Kultur? Müssen wir alle Regeln hinnehmen oder betrügen wir uns dabei selbst? (Gesetzliche Regeln einmal ausgenommen …)
Indonesien hat eine ganz andere Kultur als Europa und besonders in Sumatra ist der Großteil der Menschen sehr konservativ eingestellt. So gelten für Mädchen besonders strenge Regeln: angefangen bei der Kleidung, bis hin zu bestimmten Unternehmungen (eingeschlossen den Ausgehzeiten) und inklusive des Umgangs mit Jungs oder Männern. Mit Mädchen meine ich all diejenigen, die noch zu Hause leben, wobei das Alter eine eher untergeordnete Rolle spielt. In wieweit müssen Ausländer diese Regeln beachten, vor allem wenn man nur für einen begrenzten Zeitraum hier lebt. Beachtet man alle Regeln, verrät man vielleicht seine eigene Identität, doch wenn man eine bricht, kann man schnell in Schwierigkeiten kommen.
Ich denke man sollte sich je nach Situation anpassen, dennoch muss man sich über alle Tabus bewusst sein. Man gibt seine Identität nicht auf, sondern formt sie. Man kommt vielleicht an seine Grenzen oder muss diese sogar überschreiten. Man lernt neue Dinge, vor allem über sich selbst. Ob einem das gefällt oder nicht sollte man erst im Nachhinein beurteilen. Doch die Erfahrung(en) an sich bekommt von mir einen eindeutigen ‚I like‘-Button.
Doch anpassungsfähig muss man erst werden – Es ist eine Frage der Einstellung, ob man bereit ist, die ein oder andere bittere Pille zu schlucken.
Nach dieser philosophischen Kurzzusammenfassung meiner Gedanken möchte ich noch kurz erwähnen, dass ich das Wochenende im Dschungel bei ein paar Affen verbringen werde. Wir lesen uns also erst nächste Woche wieder J
Montag, 7. November 2011
Ein Tag am Fluss 6.11.2011
Langsam merkt man, dass Regenzeit ist. Seit zwei Tagen regnet es immer und immer wieder, zudem ist es dauerhaft bewölkt und bei maximal 25°C wird einem schon fast kalt. Der heutige Morgen sah jedoch sehr vielversprechend aus und so trafen meine Gastschwester und ich uns nach dem allsonntäglichen Kirchbesuch mit ein paar anderen Student. Mit nur einer knappen Stunde Verspätung war unser Mittagessen auf den Motorrädern verstaut und wir machten uns auf den Weg. Die Sonne begleitete uns durch kleine Dörfer und wunderschöne Urwälder. Zwei Stunden lang ging es über Stock und Stein, Berg auf- und abwärts und immer wieder durch Schlaglöcher. Bereits bei unserer Ankunft zog sich der Himmel langsam zu ...
Wir balancierten über Bambusstäbe und Steine bis hin zur Mitte des Flusses, wo kleine Hütten auf uns warteten. Sofort machten wir uns über das Essen her und nach einer kurzen Verdauungsphase ging’s ins kühle Nass. Komisch ist eben nur, dass alle in voller Montage ins Wasser springen! Irgendwie ist es ja auch praktisch, schließlich muss man so keine Wechselkleidung mitbringen. Ich habe dennoch zumindest meine Hose gewechselt. Wirklich schwimmen konnte man dich, dafür war die Strömung zu stark und es gab zu viele Steine. Als wir fertig mit unserer Badeaktion waren, war auch der Grillfisch fertig. Sehr lecker und zum Dessert gab es gelben Klebreis, mit Palmzucker und Kokosnuss und Papaya. Ein Traum …
Die Heimfahrt gestaltete sich weniger traumhaft. Mit leicht feuchter Kleidung auf dem Motorrad ist besonders durch den Fahrtwind leicht unangenehm, doch dann sind wir in einen tropischen Regenguss gekommen! Bereits nach 5 Minuten habe ich nichts mehr gesehen, denn mein Helm hat kein Visier. Letztendlich kamen wir komplett durchnässt und durchgefroren zu Hause an. Eigentlich wäre eine warme Dusche schön gewesen, aber der warme Tee tat es auch. Tagebucheintrag: Heute habe ich das erste Mal in Indonesien gefroren.
Ein sehr schöner und abenteuerlicher Tag der mit lustiger Weise an manchen Körperstellen einen Sonnenbrand beschert hat und das, obwohl die Sonne gar nicht schien.
Langsam lebe ich den indonesischen Alltag mit viel Freizeit und den verschiedensten Leckereien. Diese Leckerbissen (oder auch nicht) halte ich in der Rubrik Makan fest. Also wen es interessiert, einfach mal vorbeischauen.
Sonntag, 30. Oktober 2011
Jumat lucu
Seit fast drei Wochen war ich am Freitag das erste Mal „weg“! Meinen Abend und meine Nacht habe ich im Wohnheim mit anderen ausländischen Studenten, Praktikanten und Dozenten verbracht. Wenn ich mir nicht das Zimmer mit einem anderen Mädel hätte teilen können, wäre dies unmöglich gewesen. Mein, wenn auch sehr schönes Haus, liegt sehr weit vom Stadtzentrum entfernt und für mich ist schlicht und einfach unmöglich, allein ins Stadtzentrum zu kommen. Zudem muss ich abends um 9 zu Hause sein … Dieser gestrige Abend war also wirklich etwas ganz besonderes für mich. Am Abend haben wir uns unterhalten und die ein oder andere indonesische Eigenart ausgewertet … ;) Im Anschluss ging es zum Merdeka Walk, eine kleine Parkanlage, wo man sich treffen kann und ein „Restaurant“ ans andere gereiht ist. Allerdings habe ich für die Luxuspreise größere Portionen erwartet: Für gebratene Nudeln mit Seafood und einen Vanille-Milchshake habe ich fast 50.000 Ruphia bezahlt, also etwa 4€! Das ist teuer hier und dann so ne Vorspeisenportion …. Aber zum Glück war ich nicht die einzige, die noch Hunger und vor allem Lust auf etwas Süßes hatte. Also mussten die Jungs, nach dem wir im Wohnheim angekommen waren, im Regen los und Leckereien kaufen. Einer Fressorgie nachts um 1 stand nichts mehr im Weg: jeder hatte sein Eis in der Hand und auf dem Tisch warteten noch 3 Packungen Kekse und eine 1,5 Literpackung Eis. Zu viert haben wir tatsächlich alles platt gemacht J Der Zuckerschock führt zu einer nächtlichen Rundfahrt durch das wie ausgestorbene wirkende Medan …
Der Morgen danach war der reine Luxus: Cornflakes und Brot zum Frühstück im Bett und Internet bis zum abwinken. Mein erstes Frühstück in Medan ohne Reis!! Doch die Sündenparty ging für mich noch weiter: Den Nachmittag verbrachte ich mit meinen Gastschwestern in der Mall und ich genehmigte mir einen Burger, der, trotz dass er ganz anders geschmeckt hat, als ein normaler Burger, göttlich war und einen Eis-Cappuccino! Da freut mich sich auch wieder auf seine tägliche Portion Reis.
Leider klappt das mit dem Internet nicht immer so, wie ich es möchte ... deshalb schon wieder die Verspätung. Sorry
Mittwoch, 26. Oktober 2011
Am Strand :) 25.10.2011
Nach dem ich den ganzen Vormittag gefaulenzt habe und eigentlich auch nur in die Uni gefahren bin, um Mittag zu essen und meinen Urlaub zu besprechen (welcher genehmigt wurde J ), ging der Relax-Tag im Auto Richtung Strand weiter. Die etwa einstündige Fahrt über eine Huckelpiste nach der anderen, war sehr amüsant. Zudem sieht man so mehr von Land und Leuten, nicht dass es wirklich anders aussah als hier, eben nur etwas dörflicher, aber immerhin. Der Strand an sich war sehr schön, leider an einigen Stellen ziemlich vermüllt, was wahrscheinlich besonders durch die Ebbe auffiel. Demnach war auch keiner baden und ich auch nicht, zudem geht es nicht, dass ich meinen Körper im Bikini zur Schau stelle, vor allem nicht als Dozentin …! Aber mit den Füßen im Wasser plantschen und ein kleiner Strandspaziergang waren erlaubt und so hatten wir mit kleinen Fotoshootings viel Spaß. Beim Sammeln von Muscheln und dem genießen der Sonne konnte man die Seele baumeln lassen, und ich fühlte mich, wie im Urlaub. Abschließend waren wir noch bei einem Warung (kleiner Essensstand am Straßenrand, wo man lokale Spezialitäten bekommt und das zu nem Spotpreis; manchmal sind sie auch überdacht und mit Sitzmöglichkeiten; typisch indonesisch) essen und Kokosnüsse trinken – jammy.
Immer wieder erstaunlich finde ich, wie problemlos die Religionen miteinander leben. Auf Nordsumatra gibt es natürlich viele Muslime, aber auch viele Christen. Auf unserer Heimfahrt mussten wir zweimal für das Gebet anhalten. Eine Erfahrung die ich Deutschland noch nie gemacht habe, aber ich finde es gut und interessant.
Religion spielt im Leben der Indonesier eine sehr große Rolle, erst gestern hatte ich eine Diskussion, warum ich keine Religion habe. Ich habe diesem Studenten dann netter Weise groß und breit erklärt, dass es moralisch falsch ist, mich zu verurteilen, nur weil ich keine Religion habe oder vielleicht einfach an etwas glaube, an das er nicht glaubt und nicht kennt. Aber zum Glück gibt es solche intoleranten Menschen nur selten.
Insgesamt bin ich dankbar für jeden Tag, an dem ich etwas unternehmen kann, denn die Hummeln in meinem Hintern werden nicht immer so befriedigt, wie sie’s gerne hätten.
Meine Erkältung habe ich auch erfolgreich bekämpft und ich bin wieder voll auf dem Dampfer!
Sonntag, 23. Oktober 2011
Jalan-jalan
Sorry, das mit dem Internet klappt hier nicht immer so, deshalb der Nachtrag von gestern … (Heute ist eh nichts passiert: Ich liege mit Erkältung im Bett)
Was für ein Tag und ich fühl mich platt, wie eine Flunder.
Am Morgen habe ich eine Freundin besucht, später sind wir dann mit zwei anderen Mädels aus der Uni bummelen gewesen und haben uns einen, wenn auch kleinen, Eisbecher schmecken lassen. Im Anschluss folgte das Kulturprogramm: Mit dem Becak ging es zur „Großen Moschee“. Das Becak ist eine Art Taxi, nur als Moped mit einem kleinen Wagen an der Seite. Der einzige Nachteil dieser Teile ist der Preis, denn wenn ich, als weiße Frau, allein ankomme, verlangen die Fahrer natürlich viel mehr. So habe ich mich, während der Preisverhandlung, eher im Hintergrund aufgehalten!
Den Abschluss bildete ein Abstecher bei CFC J . Es gibt neben, dem uns allen bekanntem, KFC auch CFC, für Chinese oder Country Fried Chicken, und RFC, Rise Fried Chicken, und überall gibt es statt Pommes Reis! Allerdings wird typisch FastFood mäßig mit den Fingern gegessen. Für die meisten Indonesier, wenn nicht sogar alle, ist das kein Problem, doch für mich war es sehr ungewohnt, wenn ziemlich lustig, den Reis mit den Fingern aufzugabeln.
Die Tischmanieren sind in Indonesien sowieso nichts für Knigge-Verfechter. Viele essen mit den Fingern oder einfach nur mit dem Löffel, auch wenn es Nudeln gibt. Schlürfen, Schmatzen und Rülpsen gehört hier einfach zum guten Ton! Ich versuche mir das gar nicht erst anzugewöhnen ^^ !
Meine Schreibfaulheit gleiche ich heute mit ein paar Fotos aus – Wird ja auch mal Zeit, dass ihr was von Medan seht … (ein Becak; ein MiniBus und der ganz normale Verkehr hier ... )
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Kehiupan saysa tiap hari, 20.10.2011
Während der letzten Tage habe ich einfach meinen indonesischen Alltag genossen …
Gestern Nachmittag bin ich beispielsweise mit der anderen Praktikantin aus Deutschland bummeln gewesen. Um dort hinzugelangen, mussten wir öffentliche Verkehrsmittel nutzen - Für mich war es die erste Fahrt mit einem Minibus! Man muss sich auf jeden Fall gut festhalten, denn oft sind die Fahrer noch Kinder und versuchen anscheinend jedes Schlagloch mit zunehmen. Eine Fahrt, etwa 20 Minuten, hat mich 3000 Rupiah gekostet, also ungefähr 25 Cent!
Mit diesen großen Umrechnungszahlen zurecht zu kommen, ist gar nicht so leicht. Man verliert jegliche Relation, ob etwas billig oder teuer ist. In Deutschland gibt man beim Shoppen in Null Komma Nichts 50 oder 100 € aus, doch sehe ich hier ein paar gute Schuhe für 150‘000 Rupiah, umgerechnet 12,50 €, empfinde ich das als zu teuer. Auch ein Kleidungsstück sollte maximal 10 € kosten, aber dann muss es schon überragend sein!
Eine Dozentin verdient zu Beginn etwa 1,3 Millionen (109€) im Monat – In Deutschland kann man davon noch nicht einmal die Miete bezahlen. Dementsprechend sind die Lebenserhaltungskosten sehr niedrig hier: Für einen Teller Reis mit verschiedenem Fleisch und Gemüse, sowie zwei Schokoriegeln und eine kleine Flasche Wasser habe ich heute Mittag 75 Cent bezahlt … Der Wert von Geld ist einfach ein anderer in Indonesien!
Aber zurück zum shoppen … die Mall hielt viele schöne Dinge bereit, doch das Einzige, was nicht sicher vor mir war, waren die Kekse. Mein Heißhunger auf Süßigkeiten ist immer noch ungebrochen. Doch auch wenn es sehr schön war, brachen wir unsere Tour nach zwei Stunden ab. Jeder 3. ruft einem hinterher „Boleh! Boleh!“ (Bezeichnung für weiße Ausländer) oder „Mrs! Mrs!“, alle starren einen an oder wollen Fotos machen. Noch dreister sind die, die heimlich Bilder machen. Wir versuchten es zwar zu ignorieren, aber da wir zu zweit unterwegs waren, war es besonders schlimm. Mit der Zeit wird es anstrengend, ein Tier im Zoo zu sein. Da geh ich doch lieber mit Indonesiern shoppen, denn dann beruhigt sich ganze Situation ungemein.
Jetzt werde ich mich wieder ins Bettchen legen, da ich mir eine Erkältung eingefangen habe, der ständige Wechsel von Klimaanlage und Hitze und meine Stimme für vier Stunden Unterricht wieder fit sein muss. Zum Glück kümmert sich die Gastmutter ganz lieb um mich und kocht mir Tee, mit für indonesische Verhältnisse wenig Zucker – zwei EsslöffelJ.
Dienstag, 18. Oktober 2011
Saya adalah seorang guru. 18.10.2011
Gestern habe ich also das erste Mal Lehrerin gespielt und ich glaube ich finde das lustig, denn ich stelle die Regeln auf und alle hören auf mein Wort. Eigentlich hätte ich gestern 4 Klassen gehabt, allerdings gab es für die dritte keinen Raum. Ein typisches Problem der Dozenten - es warten 40 Studenten auf einen, aber es ist kein Zimmer frei. Insgesamt gibt es nämlich nur 4,5Zimmer und eins wird derzeit für ein Lehrerseminar genutzt. Die Stunde habe ich aber gut genutzt um anderen Studenten bei den Fällen zu helfen - auf dem Gang. Es hat viel Spaß gemacht - Ein Studenten im höheren Semester, hat das ein oder andere auf Indonesisch übersetzt und es lief wie am Schnürchen. Das mit den Erstsemestlern ist so eine Sache, da ich nur auf Deutsch unterrichte, müssen sie zusehen, wo sie bleiben. Natürlich erkläre ich viel mit Händen und Füßen und schreibe viel an die Tafel - allerdings gestaltet sich das sehr schwierig, wenn man den Zusammenhang von bestimmten Präpositionen mit einem bestimmten Fall erklären will. Doch egal, ob es 7 oder 70 Studenten sind, sie sind sehr aufmerksam und motiviert und kleben quasi an meinen Lippen, auch wenn sie kein Wort verstehen.
Heute habe ich die erste Abschlussarbeit korrigiert und ich war geschockt! Mit deutschen Ansprüchen darf man hier wirklich nicht an's Werk gehen. Der Student war auch geschockt, als sein Arbeit in einem Rot erstrahlte. Jetzt kann er sie allerdings überarbeiten und erst dann wird sie bewertet. Was für ein Luxus ;)
Sonst macht sich täglich mehr bemerkbar, dass die Regenzeit begonnen hat. Es regnet ein- bis zweimal am Tag, also es schüttet viel mehr und hin und wieder gibt es noch ein richtiges Donnerwetter dazu. Ich finde das Klasse!! So kühlt es ab und es ist angenehm warm draußen. Zudem unterdrückt der Regen den ein oder anderen unangenehmen Geruch. Bei einem Markt riecht es zum Beispiel nicht nur nach frischem Obst und Gemüse, sondern auch nach getrocknetem Fisch, Verwesung, Fäkalien und Abgasen. Viele Indonesier denken allerdings oft nur an eine Umweltkatastrophe ...
Die Fotos können leider nicht wirklich wiedergeben, wie stark es wirklich geregnet hat ...
Und das gab's zum Mittag - Lemper! Yammi ...
Sonntag, 16. Oktober 2011
Saya mencintai kué - 16.10.2011
Und ruck zuck ist so ein Wochenende vorbei, sogar ohne Party! Mein Zeitgefühl ist irgendwie auch ganz schön auf der Strecke geblieben. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich schon ewig in Indonesien bin, doch andererseits vielleicht auch erst einen Tag. Ich weiß natürlich, dass ich seit einer Woche in Medan lebe, aber dass die Uhren hier anders ticken, merkt man täglich auf’s Neue …
Heute Morgen zum Beispiel: Wir wollten zwischen um 8.00 und 8.15Uhr los, Richtung Kirche. Ja, ich als gute Gasttochter begleite meine Familie, zudem denke ich, dass der Glauben die indonesische Kultur maßgeblich mitgestaltet. Also kurz vor halb fragte ich meine Schwester, ob wir nicht langsam los wollen?! Sie zeigte auf eine Uhr, die erst kurz nach um acht anzeigte. Als ich ihr daraufhin erklärte, die Uhr gehe nach und der Gottesdienst finge gleich an, lachte sie und meinte nur, beide Uhren gehen richtig – je nach Situation! So kann man wenigstens nie zu spät kommen!
Den Nachmittag verbrachten wir bei einer Dozentin, die super nett ist und sich wohl sehr um die Praktikanten kümmert. Typisch indonesisch kamen wir nicht nur 30 Minuten zu spät, sondern haben auch ein essbares olèh-olèh (kleines Gastgeschenk)mitgebracht – Kuchen. Bei meinem Heißhunger auf etwas Süßes schmeckte dieser einfach himmlisch – Ist ja kein Wunder bei dem ganzen Reisgefresse. Morgen werde ich für sie drei Unterrichtsstunden übernehmen, da sie noch krank ist. Doch auch wenn das wieder eine ziemlich kurzfristige Aktion ist, hat sich mich zumindest etwas darauf vorbereitet. Das genaue Thema konnte sie mir natürlich auch nicht verraten, doch wozu gibt es schließlich Schwellenvorbereitung?!
Hier noch ein Ausblick auf Medan …
Samstag, 15. Oktober 2011
Hiasan murah!!! 15.10.2011
Gestern sollte es dann soweit sein und ich hatte meinen ersten Unterricht, doch zum Glück waren meine Kollegen gnädig mit mir und wir haben zu zweit unterrichtet. Sprechfertigkeiten im ersten Semester und zweimal Mittelstufe, da werden bestimmte Themen besprochen, aber einen wirklichen Plan gibt es (natürlich) nicht. Auch wenn einige recht gut Deutsch sprechen, verstehen sie mich nur, wenn ich sehr langsam spreche, schließlich sind sie an den indonesischen Akzent gewöhnt. Wie genau das ablaufen soll, wenn ich alleine bin, weiß ich noch nicht … Vor allem haben sich viele Studenten schon einige Fehler von den Lehrern angeeignet, denn ein groß Teil von ihnen macht ebenfalls viele Fehler und das nicht nur im mündlichen, sondern auch im schriftlichen Bereich. Es wird auf jeden Fall lustig - Indonesische Gelassenheit gepaart mit deutscher Genauigkeit und meiner Ungeduld!
Für meine Mittagsessen habe ich einfach gebratene Nudeln bestellt, in der Hoffnung, da kann man nicht viel falsch machen. Falsch gedacht!!! Das war das schärfste was ich je in meinem Leben gegessen habe und nach einem Drittel musste ich aufgeben, da ich schon Magenkrämpfe bekommen habe. Das fanden meine Kollegen ziemlich witzig, sie sind auch der Meinung, dass unscharfes Essen nicht schmecken kann J ! Aber ihr habt schon richtig gelesen, mir wird mein Mittagessen gebracht und zwar von Studenten. Dozenten haben hier eine besondere Stellung und wenn sie etwas möchten schicken sie einen Studenten, bzw. kommen die um die Mittagszeit an und fragen was man haben möchte. Auch wenn ich nicht weiß, wie ich in die Uni oder nach Hause komme, dann bitte ich einfach einen Studenten. Ich finde das immer noch reichlich seltsam und nicht so ganz richtig, aber da das alle so machen … Ich werde mich schon noch daran gewöhnen.
Lustig war auch, dass die anderen Lehrer sich nach dem Essen auf das Sofa oder den Tisch legen für ein 5 oder 10 minütiges Nickerchen! Damit kann ich mich wirklich anfreunden.
Trotz der Überarbeitung habe ich es gestern noch geschafft, meine Hausarbeit endlich fertig zu schreiben – juhu!
Heute war ich mit meiner Familie shoppen. Am Anfang war es etwas komisch, da meine Familie wohl nur einkaufen geht, wenn sie etwas braucht. Doch mit der Zeit wurde es ganz lustig, vorallem als ich meiner Gastschwester erklärt habe, wie man Handschuhe anzieht, denn die braucht sie bald, da sie im Januar für 4Wochen nach München fliegt.
Es ist irre wie billig hier einige Dinge sind. Für alle Mädels: Modeschmuck und so weiter kostet max. 1€, das ist dann aber auch schon teuer. Also bevor ich zurück nach Deutschland komme, wird der Koffer vollgepackt. Da schlägt mein Girlie<3 höher!
Und übrigens, da ich mich hier fast tot arbeite, werde ich mir über Silvester einen zweiwöchigen Urlaub auf Neuseeland gönnen J
Macht euch noch einen schönes Wochenende!
Donnerstag, 13. Oktober 2011
Universitas Negeri Medan
Heute habe ich das erste Mal vor Studenten gesprochen ... Gestern hat mich eine Dozentin gebeten, heute einen Vortrag über Lehrer in Deutschland zu halten - sehr präzises Thema!!! Also habe ich mich gestern hingesetzt und eine PP zu dem Thema "Was erwarten Schüler und Studenten von einem guten Lehrer in Deutschland?" vorbereitet. Am Vormittag, habe ich mich dann mit einer Übersetzerin getroffen und dann sind wir dort hin und ich denke mir nichts böses ... ! Dann kommen wir in eine Art Aula an, wo 300 Studenten sitzen und Dozenten aus der ganzen Welt zuhören - OMG! Aber an sich war es halb so wild, schließlich hat mich niemand verstanden. Überhaupt fanden sie viel interessanter, warum die deutschen Schüler und Studenten so intelligent sind, was wir in Deutschland anders machen. Lass mich mal überlegen, wir haben Struktur, Organisation und sind fleißig ;) Vielleicht liegt es daran?! Der Hammer kam aber erst noch: Wir waren bereit zu gehen, da fällt dem Organisator ein zu sagen, dass alle die möchten Fotos mit mir machen können. Mit einmal stürmen 150 Studenten auf mich zu, zupfen an mir herum : "Miss - picture!", ich sollte Autogramme geben und Hände schütteln und alles nur, weil ich eine weiße Ausländerin bin.
An meinen Status hier in Indonesien muss ich mich auch erst noch gewöhnen. Wenn ich zum Beispiel nicht weiß, wie ich in die Uni oder nach Hause kommen soll, dann sag ich einfach einem Studenten er soll mich fahren. Zur Mittagszeit kommen die Studenten ins Lehrerzimmer und fragen, was wir essen möchten. Eine halbe Stunde später ist es da!
Verrückte Indonesier :DMorgen soll ich dann tatsächlich das erstmal unterrichten, aber natürlich hat mir niemand gesagt was ... Ich lass mich überraschen!
Mittwoch, 12. Oktober 2011
Mein Bad ...
... also anscheinend gab es doch einige Verwirrung, wie mein Bad (siehe Foto) funktioniert!! Links ist ein Klo und rechts ein gemauertes Wasseraufbewahrungsdings. Wenn ich auf der Toilette war, spühle ich, indem ich mit der Schüssel Wasser rein schütte. Allerdings habe ich langsam Angst, dass mein Taschentuch-Klopapier das WC langsam verstopft ... Wenn ich duschen möchte, stelle ich mich vor das gemauerte Dings, schöpfe Wasser und gieße es mir drüber. Sprich es gibt weder fließendes, noch warmes Wasser und beim Duschen wird die ganze kamar kecil nass, ein Abfluss vermeidet jedoch die Überflutung ;)
Ich hoffe, ich konnte alle Unklarheiten beseitigen?!
Dienstag, 11. Oktober 2011
Sepèda motor 11.10.2011
Nach einer schlaflosen Nacht, auf Grund von schmerzhaften Mückenbissen, Hitze, Nervosität und Zeitumstellung machte ich mich früh auf den Weg Richtung Uni. Ein Student holte mich ab und wir fuhren mit dem Roller quer durch die City – Augen zu und durch ist das Motto, aber witzig war es dennoch. Auf unserer Fahrt ist mir der erste indonesische Punk begegnet: Wie er in seiner zerrissenen Lederjacke und seinen hochgeschnürrten Stiefeln am Straßenrand saß und rauchte … Ein weiteres Highlight war der Markt. Das Angebot an Grünzeugs ist überragend und die Hälfte davon habe ich noch nie gesehen. Doch dann dieser Geruch - frischer Fisch liegt einfach auf der Bordsteinkannte, daneben getrockneter Fisch und das bei dieser Wärme … Wer das Parfüm gelesen hat, weiß von was ich rede!
Die Uni war dafür echt kuhl. Es haben alle einen sehr lieben Eindruck gemacht (wie alle in Indonesien ;) ), doch bin ich mal gespannt wie das alles ablaufen soll. So wirklich deutliche Ansagen können sie eben nicht geben. Morgen werde ich hospitieren und am Freitag geht dann der Unterricht los à la Schwellenvorbereitung. Nächst werde ich mich mit der Mittelstufe und mit wissenschaftlichem Arbeiten rumschlagen … mal schauen, was mich erwartet.
Am Nachmittag war ich wieder mit meiner Familie unterwegs und sie wollten mir eine indonesische Spezialität näher bringen. Ich hätte mich beinah direkt am Straßenrand übergeben. Es war irgendwas cremig und bitteres in der Mitte darum eine süße Soße mit noch süßeren Wackelpuddingstücken (nur leider haben sie nicht nach Wackelpudding geschmeckt) und zu allem Überfluss war noch Mais drin … Da frage ich mich was unhöflich ist: Es nicht zu essen oder dort hin zu kotzen?!
Und hier noch zwei Bildchen von meinem Zimmer und meinem Bad :)
Montag, 10. Oktober 2011
Selamat datang! 09.10.2011
Medan, eine der größten Städte in Indonesien, ist crazy! Südländisches Flair mit kunterbunter Architektur, Bettlern und einem Verkehr, der ohne Hupen wahrscheinlich nicht funktionieren würde. Das gepaart mit schwülen Temperaturen und man fühlt sich erschlagen, wenn man vor dem Haus der Gastfamilie aus dem Auto steigt. Den ersten Schock erlitt ich bei der ersten Autofahrt, als mit einmal ein Mädchen, wie aus The Ring, an meinem Fenster klebte und Geld haben wollte ... gruselig
Ich habe mein eigenes kleines Zimmer mit Bad, jedoch ohne Dusche und Klopapier. Dennoch ist es sauber und die Mutter kocht hervorragend, auch wenn mir der scharfe Reis mit frittiertem Ei zum Frühstück im ersten Moment ganz schön auf den Magen geschlagen ist. Am Nachmittag wurde ich auch schon durch die Stadt gefahren, aber wirklich aufnahmebereit war ich nicht. Zum Abschluss gab es einen katholischen Gottesdienst auf Indonesisch mit dem Finalisten von Indonesien sucht den Superstar!! ;) Als einzige Europäerin unter etwa 300 Gläubigen konnte ich mir meiner Blicke sicher sein ;)
Jetzt wage ich mich mal ins Bett - trotz der ganzen Mücken!
Samstag, 8. Oktober 2011
Der erste Schritt ist immer der schwierigste ...
... doch ich habe ihn gewagt und meine Fuesse stehen auf asiatischem Boden.
Zwoelf Stunden Flug liegen hinte mir und elf Stunden Aufenthalt in Singapu vor mir. Der Flug war unspektakulaer, bis auf starke Torbolenzen beim Essen. Eigentlich wollte ich jetzt eine Stadtrundfahrt durch Singapur machen, aber leider muss ich damit auf den Rueckflug warten ... ich werde jetzt Kino und Pool aufsuchen und melde mich wieder, wenn ich morgen in Medan angekommen bin und mir die Nacht erfolgreich um die Ohren geschlagen habe.
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