Während der letzten Tage habe ich einfach meinen indonesischen Alltag genossen …
Gestern Nachmittag bin ich beispielsweise mit der anderen Praktikantin aus Deutschland bummeln gewesen. Um dort hinzugelangen, mussten wir öffentliche Verkehrsmittel nutzen - Für mich war es die erste Fahrt mit einem Minibus! Man muss sich auf jeden Fall gut festhalten, denn oft sind die Fahrer noch Kinder und versuchen anscheinend jedes Schlagloch mit zunehmen. Eine Fahrt, etwa 20 Minuten, hat mich 3000 Rupiah gekostet, also ungefähr 25 Cent!
Mit diesen großen Umrechnungszahlen zurecht zu kommen, ist gar nicht so leicht. Man verliert jegliche Relation, ob etwas billig oder teuer ist. In Deutschland gibt man beim Shoppen in Null Komma Nichts 50 oder 100 € aus, doch sehe ich hier ein paar gute Schuhe für 150‘000 Rupiah, umgerechnet 12,50 €, empfinde ich das als zu teuer. Auch ein Kleidungsstück sollte maximal 10 € kosten, aber dann muss es schon überragend sein!
Eine Dozentin verdient zu Beginn etwa 1,3 Millionen (109€) im Monat – In Deutschland kann man davon noch nicht einmal die Miete bezahlen. Dementsprechend sind die Lebenserhaltungskosten sehr niedrig hier: Für einen Teller Reis mit verschiedenem Fleisch und Gemüse, sowie zwei Schokoriegeln und eine kleine Flasche Wasser habe ich heute Mittag 75 Cent bezahlt … Der Wert von Geld ist einfach ein anderer in Indonesien!
Aber zurück zum shoppen … die Mall hielt viele schöne Dinge bereit, doch das Einzige, was nicht sicher vor mir war, waren die Kekse. Mein Heißhunger auf Süßigkeiten ist immer noch ungebrochen. Doch auch wenn es sehr schön war, brachen wir unsere Tour nach zwei Stunden ab. Jeder 3. ruft einem hinterher „Boleh! Boleh!“ (Bezeichnung für weiße Ausländer) oder „Mrs! Mrs!“, alle starren einen an oder wollen Fotos machen. Noch dreister sind die, die heimlich Bilder machen. Wir versuchten es zwar zu ignorieren, aber da wir zu zweit unterwegs waren, war es besonders schlimm. Mit der Zeit wird es anstrengend, ein Tier im Zoo zu sein. Da geh ich doch lieber mit Indonesiern shoppen, denn dann beruhigt sich ganze Situation ungemein.
Jetzt werde ich mich wieder ins Bettchen legen, da ich mir eine Erkältung eingefangen habe, der ständige Wechsel von Klimaanlage und Hitze und meine Stimme für vier Stunden Unterricht wieder fit sein muss. Zum Glück kümmert sich die Gastmutter ganz lieb um mich und kocht mir Tee, mit für indonesische Verhältnisse wenig Zucker – zwei EsslöffelJ.
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