Freitag, 27. Januar 2012

German Cinema Festival

Jetzt bin ich schon wieder über eine Woche in Medan und die Zeit verfliegt. Bereits in weniger als zwei Monaten bin ich wieder in Deutschland, dabei scheint es, als sei ich gerade erst hier gelandet. Besonders freu ich mich auf den Frühling, denn hier geht so langsam die Regenzeit zu Ende und es scheint immer wärmer und schwüler zu werden. Aber abgesehen vom Wetter hatte ich eine recht gute Woche …

Am Dienstag und Mittwoch fand in Medan das Deutsche Filmfestival, organisiert vom Goethe-Institut, statt. An beiden Tagen wurden jeweils vier Filme gezeigt und es gab sehr viele Interessenten. Nach dem freundlichen Lächeln bei der Eröffnungszeremonie, Händeschütteln mit dem Konsul und Zeitungs-, sowie Radiointerview habe ich mir „Die Welle“, „John Rabe“ und „Baader Meinhof Komplex“ angeschaut. Alle Filme kann man wirklich nur wärmstens weiter empfehlen! Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie gut die Filmauswahl für Indonesien gelungen ist. Bei allen Filmen handelte es sich um sozialkritische Hintergründe oder die Geschichte Deutschlands, für die man ein gewisses Hintergrundwissen braucht, welches zumindest ein Großteil unserer Studenten nicht haben. Ein weiteres Problem in Indonesien ist die Zensur, bzw. die Reaktion auf Nacktszenen. So wurden zum Beispiel bei dem Film Baader-Meinhof Stellen heraus geschnitten, wenn auch für mich nicht nachvollziehbar warum, die für den inhaltlichen Zusammenhang sehr wichtig sind. Bei John Raabe hat jedoch eine ein- bis zweiminütige Nacktszene, die inhaltlich weniger von Bedeutung war (etwa 20 Mädchen mussten sich ausziehen, um zu beweisen, dass sie Frauen sind, da man ihnen vorher die Haare abgeschnitten hat), für großes Entsetzen und Aufschrei gesorgt. Insgesamt scheinen Kriegsfilme in Indonesien eher wie eine ausgedachte Geschichte aufgenommen zu werden. Sie können die Reichweite und Brutalität nur schwer oder gar nicht begreifen. Stellen wo man als Europäer voller Entsetzen im Kino sitzt löst bei den Indonesier Applaus aus: Bei besagtem Film wurde eine junge Frau von zwei Soldaten vergewaltigt. Ihr Sohn, welcher sich unter dem Bett versteckt hatte, griff zur Pistole und erschoss beide Soldaten.
Alles in allem waren diese Kinotage jedoch eine willkommene Abwechslung und diese Kinostühle könnten wir in Deutschland auch mal einführen.




Sonst bin ich seit dieser Woche Mitglied in einem Fitness-Studio. Besonderer Luxus sind die Duschen (ja, echte Duschen), die nach dem Training auf einen warten, wenn man möchte sogar mit warmen Wasser. Ich habe jetzt schon Yoga und Spinning ausprobiert und morgen geht’s weiter … sonst wird ich in Indonesien einfach zu faul.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende J

Donnerstag, 19. Januar 2012

Neuseeland

Wie die meisten wissen, war ich die letzten 3 Wochen in Neuseeland. Deshalb erst einmal Entschuldigung, dass ich so lang nichts von mir hören lassen habe. Das werde ich jetzt alles nachholen, weiter unten findet ihr auch „schon“ meinen Post zu meinen Heiligabend-Aktivitäten, aber besser spät als nie. Zudem wünsche ich euch allen noch alles Gute und Liebe für euer Jahr 2012. Jetzt geht es aber los …

Ich bin also am 27.12. in Christchurch angekommen, wo mich Felix und Leo in Empfang genommen haben. Zurück in der für mich normalen Welt, mit warmen Wasser, Duschen, Gehwegen und Bettdecken habe ich mich sofort wohl gefühlt. Die erste Nacht verbrachten wir in einem Hostel und ich hatte meine erste Party seit fast drei Monaten! ;)
Die nächsten Tage haben wir mit Reisen verbracht. Wir haben ein Auto gemietet und der Plan war es die Ost- und Südostküste entlang zu fahren. Voll ausgerüstet, dachten wir zumindest, starteten wir. Allerdings hat bei unserem Zelt die Hälfte gefehlt und so mussten wir alle drei im Auto schlafen, was jedoch erstaunlich bequem war. Überhaupt war ich überrascht wie viel Platz wir im hinteren Teil hatten, wie in einem Wohnzimmer :) Und das war unsere Tour:

28.12. Moreaki Boulders




29.12. Purakaunui Wasserfall & Bay mit abschließender Party am Lagerfeuer






30.12. Wellenhüpfen und dann weiter Richtung Curio Bay und Fossil Forest





31.12. Nugget Point, relaxen an einem türkisen Fluss & Silvesterparty in Dunedin (von der ich aus persönlichen Gründen keine Bilder veröffentlichen möchte ;) )


Das ist EINE Kugel !!!


Am 1.1.2012 ging es zurück nach Christchurch, wo ich Olli in Empfang genommen habe oder besser gesagt andersrum, da wir zu spät waren. In der Nacht auf den 2.1. gab es ganze 45 Erdbeben in Christchurch! Das stärkste (6,3) war am frühen Morgen und da saß ich sprichwörtlich im Bett. Da wird einem schon ganz anders. Am nächsten Tag haben wir uns dann mal die Innenstadt angeschaut, soweit man ran kam, da alles abgesperrt ist. Von Bildern her scheint Christchurch eine schöne Stadt gewesen zu sein, doch das Erdbeben Anfang des Jahres 2011 hat so einiges zerstört. Die Innenstadt und viele Häuser hinterlassen den Eindruck, als ob gerade ein Krieg beendet wurde …



Am nächsten Tag  (3.1.) sind wir dann zu viert in das Städtchen Akaroa auf der Halbinsel Banks Peninsula gefahren.





Felix und Leo sind weiter Richtung Alexandria gefahren, um zu arbeiten und Olli und ich machten uns auf nach Kaikoura, wo wir uns das Auto seiner Schwester ausleihen konnten. Wir verbrachten einen relaxten Tag am Meer … Ich konnte und kann mich einfach nicht an der wunderschönen Natur von Neuseeland satt sehen. Wie sich vor einem die Weiten des Meeres auftun und hinter einem (2000er) Berge in die Höhe schießen. So schön!




5.1. Lake Tekapo & Mount Cook am Lake Pukaki



Mount Cook ist der größte Berg Neuseelands, aber leider blieb der an meinem einzigen bewölktem Tag in Neuseeland hinter dicken Wolken versteckt. Der Gletschersee, an dem man 55km entlang fährt ist jedoch so oder so sehr beeindruckt, vor allem auch durch die anderen 3000er am Ufer.





6.1. Wanaka & Queenstown


Und wer ist im Linksverkehr gefahren? Ich!




7.1. Frühstück am Lake Wakatipu oder besser gesagt in der Herr der Ringe Kulisse & Besteigung des Cecil Peak





Am  folgenden Tag sollte ich eigentlich zurück fliegen, aber ich habe kurzfristig meine Pläne geändert und bin noch eine Woche geblieben. So ging es zurück nach Kaikoura, wo wir die letzte Woche verbrachten. Ganz relaxt verbrachten wir die Tage am Strand und haben das gemacht zu wir lustig waren. So sind wir zum Beispiel am 12.1. zu den Hanmer Springs gefahren, heiße Quelle. Allerdings ist das alles so touristisch und ganz und gar nicht so, wie ich mir heiße Quellen vorstellen. Dennoch hatten wir einen schönen Tag im Spa und vorher beim Minigolf spielen. (I basiclly kicked Olli’s ass :) ) Allerdings habe ich keine Bilder, wäre trotzdem was sehen will, sollte mal auf Olli’s Blog http://dertraumlaeuft.blogspot.com/  vorbei schauen.





Die Zeit verging wie im Flug und schon bin ich wieder zurück in Medan. Alles in allem kann ich sagen, ihr müsst nach Neuseeland!!! 

26.12.2011 Pulau Weh

So schnell ist das Jahr rum und es ist schon wieder Weihnachten, nur merke ich davon hier nichts, aber etwas Besonderes wollen wir ja dennoch machen. So geht es mit 4 Franzosen Richtung Nordspitze der Insel …
Am Abend des 22.12. saßen wir im Nachtbus nach Banda Aceh. Vor uns lag eine 12 stündige Fahrt über Stock und Stein, um ehrlich zu sein war ich bei dem Fahrstil der Indonesier froh, dass es dunkel draußen war. Die Fahrt war erstaunlich bequeme und so kamen wir mehr oder weniger ausgeruht am Busbahnhof von Banda Aceh an. Weiter ging es dann zur Fähre und ich hatte Glück, denn gerade ging die zwar etwas teurere, aber dafür auch wesentlich schnellere. Das Risiko der Seekrankheit konnte also minimiert werden. Auf Pulau Weh ging es dann mit dem Taxi um die halbe Insel nach Sabang, wo wir in einem kleinen Home-Stay unter gekommen sind. Unser Holzbungalow lag direkt am Meer, mit einer Veranda und Hängematten. Alles war sehr einfach gehalten und trotzdem wunderschön.  Die zwei Tage verbrachte ich in vollkommener Abgeschiedenheit und Entspannung: eine gesunde Abwechslung von Essen, Schlafen, Schnorcheln und netten Unterhaltung. So lernte ich zum Beispiel einen Frührentner kennen, dessen Tochter bei mir in Jena gleich ums Eck wohnt. Die Welt ist so klein!!!





Am Heiligabend gab es ein gemeinsames Weihnachtsessen und eine Flasche Wein, frisch eingeflogen aus Frankreich und eine große Party …



Das einzige Problem war das ich nach drei Stunden Schlafen aufstehen musste und wieder Richtung Fähre gewackelt bin und Pech es gab diesmal nur die langsame. Ich konzentrierte mich also zwei Stunden lang meinen Mageninhalt bei mir zu behalten. Zurück in Banda Aceh hatte ich noch den halben Tag Tod zu schlagen, also schaute ich mir die Stadt, die Tsunami-Gedenkstätten und den Strand an. Allerdings war ich so froh, als der Tag vorbei war und ich mich in den Nachtbus legen konnte.





Fazit: Wenn man Banda Aceh nicht gesehen hat, hat man nichts verpasst, aber Pulau Weh ist sehr lohnenswert!!!


Donnerstag, 22. Dezember 2011

Jetzt hätte ich beinah was vergessen ... die Toilettenanweisung :

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Hohoho

Die vergangenen Tage habe ich also hauptsächlich relaxt: Der Arbeit nach gehen, mit Leuten quatschen, Kaffee trinken gehen, shoppen und was Mädchen ebenso tun. Das mag für den ein oder anderen sicher langweilig klingen, aber das ist es ganz und gar nicht, da Indonesien immer wieder eine Überraschung bereit hält. Während in Banda Aceh auf einem Punkkonzert Punks festgenommen werden, weil sie nicht der Vorstellung der dort geltenden Scharia entsprechen und jetzt den Koran vorgelesen bekommen, bestell ich in Medan Pizza auf Deutsch, weil uns die nette Firme weder auf Indonesisch, noch auf Englisch verstanden hat. Ja und so schwindet die Zeit dahin …

Heute Abend haben wir im Wohnheim eine kleine Weihnachtsfeier veranstaltet. Ein rundherum gelungener Abend, mit schönen Geschenken und leckerem Essen. Zur Feier des Tages habe ich mich verschwenderischer Weise auch direkt zwei Bier gegönnt.




Morgen heißt es dann Koffer packen, den am Donnerstag geht es mit dem Nachtbus nach Pula Wai, um dort in aller Idylle die Feiertag zu genießen. Am Montag geht es dann direkt weiter nach Neuseeland. Stress pur … aber hey es könnte schlimmer sein und schnein :D

Frohe Weihnachten an alle und genießt die Feiertage:)

Dienstag, 13. Dezember 2011

TipTop

TipTop ist das Restaurant, in welchem ich heute Abend war. In allen Reiseführern wird es empfohlen als the place to eat - Was so besonders an dem ganzen Ding ist, habe ich allerdings nicht verstanden. Wahrscheinlich einfach die Tatsache, dass es westliches und indonesisches Essen zu verhältnismäßig günstigen Restaurantpreisen in kolonialstilmäßiger Atmosphäre gibt. Mein Omelett mit gebuttertem (Weiß)Brot war auch echt lecker. Zum Nachtisch konnte ich mir ein ach so leckeres Törtchen natürlich nicht entgehen lassen und mein unscharfes Bild lässt durchblicken, mit welcher Begeisterung ich mich auf den Leckerbissen gestürzt habe. Doch  prompt habe ich eine indonesische Spezialität erwischt - Schokolade mit Käse. Die zwei Biskuitböden trennte geriebener Käse! Es schmeckt halb so schlimm wie es klingt und dennoch, muss ich das definitiv nicht noch einmal essen ...






Selamat natal

Und schon wieder eine entspannte Woche rum, man macht hier mal ein bisschen was und geht da mal ein bisschen bummeln. Mein Highlight war auf jeden Fall Starbucks am Dienstag :)
Am Samstagabend bin ich meiner Pflicht als Dozentin nach gekommen und habe den Weihnachtsgottesdienst der Deutschabteilung besucht. Zwischen Gebeten und indonesischen Weihnachtsliedern haben Musik- und Theaterstücke die Stimmung erheitert: entweder weil es wirklich gut war oder eben wirklich schief  … Wir zwei deutschen Praktikanten haben natürlich spontaner Weise einen Beitrag geleistet: eine Kerze anzünden und ein lustig übersetztes Stück aus der Bibel vortragen. Wenn einem langweilig wurde konnte man die ganzen Mädels bestaunen. Die Kirche dient wohl als Catwalk! Alle tragen Kleider, manche sogar Ballkleider, Highheels und Make up – alles stakst durch die Gegend und zeigt plötzlich Bein. Aber man bekommt auch die Möglichkeit traditionelle Kleidung zu betrachten …



Nach drei Stunden ist uns die Erleichterung beinah anzusehen. Endlich durften wir uns auf unsere Fressboxen stürzen, die allerdings viel zu klein waren, was dazu führte, dass wir im Anschluss noch Essen gegangen sind :) Abgerundet werden solche Aktionen natürlich mit kleinen Fotoshootings …




Und endlich ist es soweit und die letzte Uniwoche ist angebrochen, die Zeit nimmt ihren Lauf und die Urlaubsplanung für das nächste Jahr nimmt Formen an. Ich freu mich!!!