Sonntag, 30. Oktober 2011

Jumat lucu

Seit fast drei Wochen war ich am Freitag das erste Mal „weg“! Meinen Abend und meine Nacht habe ich im Wohnheim mit anderen ausländischen Studenten, Praktikanten und Dozenten verbracht. Wenn ich mir nicht das Zimmer mit einem anderen Mädel hätte teilen können, wäre dies unmöglich gewesen. Mein, wenn auch sehr schönes Haus, liegt sehr weit vom Stadtzentrum entfernt und für mich ist schlicht und einfach unmöglich, allein ins Stadtzentrum zu kommen. Zudem muss ich abends um 9 zu Hause sein … Dieser gestrige Abend war also wirklich etwas ganz besonderes für mich. Am Abend haben wir uns unterhalten und die ein oder andere indonesische Eigenart ausgewertet … ;) Im Anschluss ging es zum Merdeka Walk, eine kleine Parkanlage, wo man sich treffen kann und ein „Restaurant“ ans andere gereiht ist. Allerdings habe ich für die Luxuspreise größere Portionen erwartet: Für gebratene Nudeln mit Seafood und einen Vanille-Milchshake  habe ich fast 50.000 Ruphia bezahlt, also etwa 4€! Das ist teuer hier und dann so ne Vorspeisenportion …. Aber zum Glück war ich nicht die einzige, die noch Hunger und vor allem Lust auf etwas Süßes hatte. Also mussten die Jungs, nach dem wir im Wohnheim angekommen waren, im Regen los und Leckereien kaufen. Einer Fressorgie nachts um 1 stand nichts mehr im Weg: jeder hatte sein Eis in der Hand und auf dem Tisch warteten noch 3 Packungen Kekse und eine 1,5 Literpackung Eis. Zu viert haben wir tatsächlich alles platt gemacht J Der Zuckerschock führt zu einer nächtlichen Rundfahrt durch das wie ausgestorbene wirkende Medan …
Der Morgen danach war der reine Luxus: Cornflakes und Brot zum Frühstück im Bett und Internet bis zum abwinken. Mein erstes Frühstück in Medan ohne Reis!! Doch die Sündenparty ging für mich noch weiter: Den Nachmittag verbrachte ich mit meinen Gastschwestern in der Mall und ich genehmigte mir einen Burger, der, trotz dass er ganz anders geschmeckt hat, als ein normaler Burger, göttlich war und einen Eis-Cappuccino! Da freut mich sich auch wieder auf seine tägliche Portion Reis.

Leider klappt das mit dem Internet nicht immer so, wie ich es möchte ... deshalb schon wieder die Verspätung. Sorry

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Am Strand :) 25.10.2011

Nach dem ich den ganzen Vormittag gefaulenzt habe und eigentlich auch nur in die Uni gefahren bin, um Mittag zu essen und meinen Urlaub zu besprechen (welcher genehmigt wurde J ), ging der Relax-Tag im Auto Richtung Strand weiter. Die etwa einstündige Fahrt über eine Huckelpiste nach der anderen, war sehr amüsant. Zudem sieht man so mehr von Land und Leuten, nicht dass es wirklich anders aussah als hier, eben nur etwas dörflicher, aber immerhin. Der Strand an sich war sehr schön, leider an einigen Stellen ziemlich vermüllt, was wahrscheinlich besonders durch die Ebbe auffiel. Demnach war auch keiner baden und ich auch nicht, zudem geht es nicht, dass ich meinen Körper im Bikini zur Schau stelle, vor allem nicht als Dozentin …! Aber mit den Füßen im Wasser plantschen und ein kleiner Strandspaziergang waren erlaubt und so hatten wir mit kleinen Fotoshootings viel Spaß. Beim Sammeln von Muscheln und dem genießen der Sonne konnte man die Seele baumeln lassen, und ich fühlte mich, wie im Urlaub. Abschließend waren wir noch bei einem Warung (kleiner Essensstand am Straßenrand, wo man lokale Spezialitäten bekommt und das zu nem Spotpreis; manchmal sind sie auch überdacht und mit Sitzmöglichkeiten; typisch indonesisch) essen und Kokosnüsse trinken – jammy.




Immer wieder erstaunlich finde ich, wie problemlos die Religionen miteinander leben. Auf Nordsumatra gibt es natürlich viele Muslime, aber auch viele Christen. Auf unserer Heimfahrt mussten wir zweimal für das Gebet anhalten. Eine Erfahrung die ich Deutschland noch nie gemacht habe, aber ich finde es gut und interessant.
Religion spielt im Leben der Indonesier eine sehr große Rolle, erst gestern hatte ich eine Diskussion, warum ich keine Religion habe. Ich habe diesem Studenten dann netter Weise groß und breit erklärt, dass es moralisch falsch ist, mich zu verurteilen, nur weil ich keine Religion habe oder vielleicht einfach an etwas glaube, an das er nicht glaubt und nicht kennt. Aber zum Glück gibt es solche intoleranten Menschen nur selten.

Insgesamt bin ich dankbar für jeden Tag, an dem ich etwas unternehmen kann, denn die Hummeln in meinem Hintern werden nicht immer so befriedigt, wie sie’s gerne  hätten.

Meine Erkältung habe ich auch erfolgreich bekämpft und ich bin wieder voll auf dem Dampfer!

Sonntag, 23. Oktober 2011

Jalan-jalan

Sorry, das mit dem Internet klappt hier nicht immer so, deshalb der Nachtrag von gestern … (Heute ist eh nichts passiert: Ich liege mit Erkältung im Bett)

Was für ein Tag und ich fühl mich platt, wie eine Flunder.
Am Morgen habe ich eine Freundin besucht, später sind wir dann mit zwei anderen Mädels aus der Uni bummelen gewesen und haben uns einen, wenn auch kleinen, Eisbecher schmecken lassen. Im Anschluss folgte das Kulturprogramm: Mit dem Becak ging es zur „Großen Moschee“. Das Becak ist eine Art Taxi, nur als Moped mit einem kleinen Wagen an der Seite. Der einzige Nachteil dieser Teile ist der Preis, denn wenn ich, als weiße Frau, allein ankomme, verlangen die Fahrer natürlich viel mehr. So habe ich mich, während der Preisverhandlung, eher im Hintergrund aufgehalten!





Den Abschluss bildete ein Abstecher bei CFC J . Es gibt neben, dem uns allen bekanntem, KFC auch CFC, für Chinese oder Country Fried Chicken, und RFC, Rise Fried Chicken, und überall gibt es statt Pommes Reis! Allerdings wird typisch FastFood mäßig mit den Fingern gegessen. Für die meisten Indonesier, wenn nicht sogar alle, ist das kein Problem, doch für mich war es sehr ungewohnt, wenn ziemlich lustig, den Reis mit den Fingern aufzugabeln.
Die Tischmanieren sind in Indonesien sowieso nichts für Knigge-Verfechter. Viele essen mit den Fingern oder einfach nur mit dem Löffel, auch wenn es Nudeln gibt. Schlürfen, Schmatzen und Rülpsen gehört hier einfach zum guten Ton! Ich versuche mir das gar nicht erst anzugewöhnen ^^ !

Meine Schreibfaulheit gleiche ich heute mit ein paar Fotos aus – Wird ja auch mal Zeit, dass ihr was von Medan seht …  (ein Becak; ein MiniBus und der ganz normale Verkehr hier ... )






Donnerstag, 20. Oktober 2011

Kehiupan saysa tiap hari, 20.10.2011

Während der letzten Tage habe ich einfach meinen indonesischen Alltag genossen …

Gestern Nachmittag bin ich beispielsweise mit der anderen Praktikantin aus Deutschland bummeln gewesen. Um dort hinzugelangen, mussten wir öffentliche Verkehrsmittel nutzen - Für mich war es die erste Fahrt mit einem Minibus! Man muss sich auf jeden Fall gut festhalten, denn oft sind die Fahrer noch Kinder und versuchen anscheinend jedes Schlagloch mit zunehmen. Eine Fahrt, etwa 20 Minuten, hat mich 3000 Rupiah gekostet, also ungefähr 25 Cent!
Mit diesen großen Umrechnungszahlen zurecht zu kommen, ist gar nicht so leicht. Man verliert jegliche Relation, ob etwas billig oder teuer ist. In Deutschland gibt man beim Shoppen in Null Komma Nichts 50 oder 100 € aus, doch sehe ich hier ein paar gute Schuhe für 150‘000 Rupiah, umgerechnet 12,50 €, empfinde ich das als zu teuer. Auch ein Kleidungsstück sollte maximal 10 € kosten, aber dann muss es schon überragend sein!
Eine Dozentin verdient zu Beginn etwa 1,3 Millionen (109€) im Monat – In Deutschland kann man davon noch nicht einmal die Miete bezahlen. Dementsprechend sind die Lebenserhaltungskosten sehr niedrig hier: Für einen Teller Reis mit verschiedenem Fleisch und Gemüse, sowie zwei Schokoriegeln und eine kleine Flasche Wasser habe ich heute Mittag 75 Cent bezahlt … Der Wert von Geld ist einfach ein anderer in Indonesien!
Aber zurück zum shoppen … die Mall hielt viele schöne Dinge bereit, doch das Einzige, was nicht sicher vor mir war, waren die Kekse. Mein Heißhunger auf Süßigkeiten ist immer noch ungebrochen. Doch auch wenn es sehr schön war, brachen wir unsere Tour nach zwei Stunden ab. Jeder 3. ruft einem hinterher „Boleh! Boleh!“ (Bezeichnung für weiße Ausländer)  oder „Mrs! Mrs!“, alle starren einen an oder wollen Fotos machen. Noch dreister sind die, die heimlich Bilder machen. Wir versuchten es zwar zu ignorieren, aber da wir zu zweit unterwegs waren, war es besonders schlimm. Mit der Zeit wird es anstrengend, ein Tier im Zoo zu sein.  Da geh ich doch lieber mit Indonesiern shoppen, denn dann beruhigt sich ganze Situation ungemein.

Jetzt werde ich mich wieder ins Bettchen legen, da ich mir eine Erkältung eingefangen habe, der ständige Wechsel von Klimaanlage und Hitze und meine Stimme für vier Stunden Unterricht wieder fit sein muss. Zum Glück kümmert sich die Gastmutter ganz lieb um mich und kocht mir Tee, mit für indonesische Verhältnisse wenig Zucker – zwei EsslöffelJ

Dienstag, 18. Oktober 2011

Saya adalah seorang guru. 18.10.2011

Gestern habe ich also das erste Mal Lehrerin gespielt und ich glaube ich finde das lustig, denn ich stelle die Regeln auf und alle hören auf mein Wort. Eigentlich hätte ich gestern 4 Klassen gehabt, allerdings gab es für die dritte keinen Raum. Ein typisches Problem der Dozenten - es warten 40 Studenten auf einen, aber es ist kein Zimmer frei. Insgesamt gibt es nämlich nur 4,5Zimmer und eins wird derzeit für ein Lehrerseminar genutzt. Die Stunde habe ich aber gut genutzt um anderen Studenten bei den Fällen zu helfen - auf dem Gang. Es hat viel Spaß gemacht - Ein Studenten im höheren Semester, hat das ein oder andere auf Indonesisch übersetzt und es lief wie am Schnürchen. Das mit den Erstsemestlern ist so eine Sache, da ich nur auf Deutsch unterrichte, müssen sie zusehen, wo sie bleiben. Natürlich erkläre ich viel mit Händen und Füßen und schreibe viel an die Tafel - allerdings gestaltet sich das sehr schwierig, wenn man den  Zusammenhang von bestimmten Präpositionen mit einem bestimmten Fall erklären will. Doch egal, ob es 7 oder 70 Studenten sind, sie sind sehr aufmerksam und motiviert und kleben quasi an meinen Lippen, auch wenn sie kein Wort verstehen.
Heute habe ich die erste Abschlussarbeit korrigiert und ich war geschockt! Mit deutschen Ansprüchen darf man hier wirklich nicht an's Werk gehen. Der Student war auch geschockt, als sein Arbeit in einem Rot erstrahlte. Jetzt kann er sie allerdings überarbeiten und erst dann wird sie bewertet. Was für ein Luxus ;)

Sonst macht sich täglich mehr bemerkbar, dass die Regenzeit begonnen hat. Es regnet ein- bis zweimal am Tag, also es schüttet viel mehr und hin und wieder gibt es noch ein richtiges Donnerwetter dazu. Ich finde das Klasse!! So kühlt es ab und es ist angenehm warm draußen. Zudem unterdrückt der Regen den ein oder anderen unangenehmen Geruch. Bei einem Markt riecht es zum Beispiel nicht nur nach frischem Obst und Gemüse, sondern auch nach getrocknetem Fisch, Verwesung, Fäkalien und Abgasen.  Viele Indonesier denken allerdings oft nur an eine Umweltkatastrophe ... 

Die Fotos können leider nicht wirklich wiedergeben, wie stark es wirklich geregnet hat ...




Und das gab's zum Mittag - Lemper! Yammi ...



Sonntag, 16. Oktober 2011

Saya mencintai kué - 16.10.2011

Und ruck zuck ist so ein Wochenende vorbei, sogar ohne Party! Mein Zeitgefühl ist irgendwie auch ganz schön auf der Strecke geblieben. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich schon ewig in Indonesien bin, doch andererseits vielleicht auch erst einen Tag. Ich weiß natürlich, dass ich seit einer Woche in Medan lebe, aber dass die Uhren hier anders ticken, merkt man täglich auf’s Neue …
Heute Morgen zum Beispiel: Wir wollten zwischen um 8.00 und 8.15Uhr los, Richtung Kirche. Ja, ich als gute Gasttochter begleite meine Familie, zudem denke ich, dass der Glauben die indonesische Kultur maßgeblich mitgestaltet. Also kurz vor halb fragte ich meine Schwester, ob wir nicht langsam los wollen?! Sie zeigte auf eine Uhr, die erst kurz nach um acht anzeigte. Als ich ihr daraufhin erklärte, die Uhr gehe nach und der Gottesdienst finge gleich an, lachte sie und meinte nur, beide Uhren gehen richtig – je nach Situation! So kann man wenigstens nie zu spät kommen!

Den Nachmittag verbrachten wir bei einer Dozentin, die super nett ist und sich wohl sehr um die Praktikanten kümmert. Typisch indonesisch kamen wir nicht nur 30 Minuten zu spät, sondern haben auch ein essbares olèh-olèh (kleines Gastgeschenk)mitgebracht – Kuchen. Bei meinem Heißhunger auf etwas Süßes schmeckte dieser einfach himmlisch – Ist ja kein Wunder bei dem ganzen Reisgefresse. Morgen werde ich für sie drei Unterrichtsstunden übernehmen, da sie noch krank ist. Doch auch wenn das wieder eine ziemlich kurzfristige Aktion ist, hat sich mich zumindest etwas darauf vorbereitet. Das genaue Thema konnte sie mir natürlich auch nicht verraten, doch wozu gibt es schließlich Schwellenvorbereitung?!

Hier noch ein Ausblick auf Medan … 



Samstag, 15. Oktober 2011

Hiasan murah!!! 15.10.2011

Gestern sollte es dann soweit sein und ich hatte meinen ersten Unterricht, doch zum Glück waren meine Kollegen gnädig mit mir und wir haben zu zweit unterrichtet. Sprechfertigkeiten im ersten Semester und zweimal Mittelstufe, da werden bestimmte Themen besprochen, aber einen wirklichen Plan gibt es (natürlich) nicht. Auch wenn einige recht gut Deutsch sprechen, verstehen sie mich nur, wenn ich sehr langsam spreche, schließlich sind sie an den indonesischen Akzent gewöhnt. Wie genau das ablaufen soll, wenn ich alleine bin, weiß ich noch nicht … Vor allem haben sich viele Studenten schon einige Fehler von den Lehrern angeeignet, denn ein groß Teil von ihnen macht ebenfalls viele Fehler und das nicht nur im mündlichen, sondern auch im schriftlichen Bereich. Es wird auf jeden Fall lustig - Indonesische Gelassenheit gepaart mit deutscher Genauigkeit und meiner Ungeduld!
Für meine Mittagsessen habe ich einfach gebratene Nudeln bestellt, in der Hoffnung, da kann man nicht viel falsch machen. Falsch gedacht!!! Das war das schärfste was ich je in meinem Leben gegessen habe und nach einem Drittel musste ich aufgeben, da ich schon Magenkrämpfe bekommen habe. Das fanden meine Kollegen ziemlich witzig, sie sind auch der Meinung, dass unscharfes Essen nicht schmecken kann J ! Aber ihr habt schon richtig gelesen, mir wird mein Mittagessen gebracht und zwar von Studenten. Dozenten haben hier eine besondere Stellung und wenn sie etwas möchten schicken sie einen Studenten, bzw. kommen die um die Mittagszeit an und fragen was man haben möchte. Auch wenn ich nicht weiß, wie ich in die Uni oder nach Hause komme, dann bitte ich einfach einen Studenten. Ich finde das immer noch reichlich seltsam und nicht so ganz richtig, aber da das alle so machen … Ich werde mich schon noch daran gewöhnen.
Lustig war auch, dass die anderen Lehrer sich nach dem Essen auf das Sofa oder den Tisch legen für ein 5 oder 10 minütiges Nickerchen! Damit kann ich mich wirklich anfreunden.
Trotz der Überarbeitung habe ich es gestern noch geschafft, meine Hausarbeit endlich fertig zu schreiben – juhu!



Heute war ich mit meiner Familie shoppen. Am Anfang war es etwas komisch, da meine Familie wohl nur einkaufen geht, wenn sie etwas braucht. Doch mit der Zeit wurde es ganz lustig, vorallem als ich meiner Gastschwester erklärt habe, wie man Handschuhe anzieht, denn die braucht sie bald, da sie im Januar für 4Wochen nach München fliegt.



Es ist irre wie billig hier einige Dinge sind. Für alle Mädels: Modeschmuck und so weiter kostet max. 1€, das ist dann aber auch schon teuer. Also bevor ich zurück nach Deutschland komme, wird der Koffer vollgepackt. Da schlägt mein Girlie<3 höher!

Und übrigens, da ich mich hier fast tot arbeite, werde ich mir über Silvester einen zweiwöchigen Urlaub auf Neuseeland gönnen J

Macht euch noch einen schönes Wochenende!